Klarer Blick – klare Farben

Wenn das fertige Druckbild nicht dem Proof oder dem natürlichen Augeneindruck entspricht, muss das nicht immer am Druck liegen. Manchmal liegt der Grund beim Betrachter.

Blasse Farben, unkenntliche Details, verschwommene Übergänge – wer ohne Fachkenntnis ein Bild etwa am heimischen Drucker ausdruckt, ist nicht selten enttäuscht. Denn der Computer zeigt das Bild im RGB-Farbraum, während der Drucker die CMYK-Farben nutzt. Der Wechsel von einem Farbraum zum anderen kann das Ergebnis erheblich beeinflussen. Doch auch ein Proof-Vordruck hat seine Tücken, die man kennen und beachten muss, damit das Druckergebnis auch tatsächlich der Vorlage entspricht.

Manchmal ist es aber nicht der Ausdruck, der überprüft werden muss – sondern die Farbtüchtigkeit der Augen des Betrachters. „Achromatopsie“ heißt die Störung der Farbwahrnehmung, der Volksmund nennt sie Farbenblindheit. Am häufigsten kommt die Rot-Grün-Schwäche vor, rund fünf Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, vor allem Männer. Manche davon haben von Geburt an Schwierigkeiten, Rot und Grün klar voneinander zu unterscheiden, bei anderen entwickelt oder verstärkt sich diese Schwäche erst mit zunehmendem Alter. Ob Sie davon betroffen sind, können Sie ganz leicht mit unserem Testbild feststellen: Wenn Sie in dem Raster die Zahl 74 erkennen, ist mit Ihrer Farbwahrnehmung alles in Ordnung.

Doch können es Grafiker, Webdesigner oder Software-Programmierer den Fehlsichtigen leichter machen, trotz Rot-Grün-Schwäche kein Detail aus den Augen zu verlieren? Dabei helfen wollen die Entwickler der Anwendung „eye.syde“. Sie ermöglicht es, auf das PC-Bild ein Fenster zu legen, durch das man das Motiv mit den Augen eines Betroffenen sieht. Auf diese Weise können die Designer optische Stolperbereiche erkennen und die schlecht erkennbaren Bereiche optimieren.

Einen Einblick in die Anwendung bekommen Sie hier.

Doch nicht nur Farbschwäche kann die klare Sicht auf ein Druckerzeugnis trüben. Auch der „Graue Star“, eine typische Alterserscheinung, lässt Farben erblassen. Dabei verliert die Augenlinse an Elastizität und wird trübe. So sehen Betroffene die Welt hinter einem Grauschleier. Papier ist nicht mehr strahlend weiß, die Farben verlieren ihren Glanz, die Kontraste werden schwächer.

Die Sehschärfe lässt sich schnell und unkompliziert von einem Augenarzt überprüfen. Vor allem, wer häufig mit dem Design, der Beurteilung oder der Umsetzung von Druckerzeugnissen befasst ist, sollte sich seiner Augen sicher sein können.